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29.12.2011: AMORPHIS, Hannover (Capitol)

12. Jan. 2012 | von


AMORPHIS Capitol Hannover Konzertbericht ArtikelÜberschaubar ist die Anzahl der Besucher dieses feinen Konzertes am Ende des Jahres.  Schon etwa eine halbe Stunde früher als offiziell angegeben starten THE MAN EATING TREE in ihr Set. Die Finnen verstehen es, ihren atmosphärischen, düster-melancholischen Metal live sehr gut umzusetzen. Noch dazu mit gutem, klaren Sound, passendem Licht und einem schönen Backdrop. Das Publikum zeigt sich noch verhalten und spärlich, was natürlich an der frühen Zeit liegen könnte. Wer sich auf ein Wiedersehen mit Ex-SENTENCED-Drummer Vesa Ranta freut, der wird enttäuscht, denn der muss sich um familiäre Angelegenheiten in der Heimat kümmern, wird aber würdig von Aksu Hanttu, Schlagzeuger der finnischen Gothic Metal Band ENTWINE, vertreten.

Nach recht kurzer Umbaupause sind die Norweger LEPROUS an der Reihe. Die Jungs bewegen sich mit ihrem selbsternannten ”Avantgarde Progressive Metal” praktisch in fast allen Sparten der harten und auch weniger harten Musik. Die Songs sind unheimlich abwechslungsreich, komplex und ein wilder Mix verschiedener Stile. Leider kommt die Vielschichtigkeit aufgrund des wenig großartigen Sounds nicht allzu gut zur Geltung. Die Norweger haben sichtlich Lust, bieten Spielfreude und Stageacting ohne Ende. Einzig Sänger Einar Solberg ist stellenweise gewöhnungsbedürftig wenn er die Kopfstimme auspackt…

Nun also ist es Zeit für den würdigen Headliner des Abends: AMORPHIS! Seit nunmehr fast acht Monaten on the road mit mehr oder weniger kurzen Pausen geht es dem Ende der Tour zu. Diese lange Zeit des Tourlebens merkt man der Band allerdings nicht an. Shouter Tomi Joutsen, heute mit einer pyramidennietenbesetzten Weste, die er von Rob Halford zu Weihnachten bekommen haben könnte, hat das Publikum im Griff, ist nett und freundlich und wie gewohnt extrem gut bei Stimme – ebenso wie das Publikum. Die Songs werden gnadenlos mitgesungen und der Sound ist wieder besser abgemischt. So macht das Konzert doch gleich noch mehr Spaß. Eröffnet wird das schön gemischte Set mit ”Song Of The Sage” und ”Mermaid” vom aktuellen Longplayer ”The Beginning Of Times”, bevor man sich dann mit ”The Smoke” und ”Against Widows” zeitlich zurückbewegt. Für die Fans der alten Stücke wird ”Vulgar Necrolatry” und ”Into Hiding” dargeboten, ”Black Winter Day” fällt leider aus. Im Zugabenblock ist noch Platz für das grandiose ”My Kantele” und den Mitsinghit ”House Of Sleep”. AMORPHIS sind noch bis Anfang Februar auf  Tour und haben sich dann auch sicher eine längere Pause verdient. Wer sich die Metal – Kreuzfahrt ”70.000 TONS OF METAL” von Miami nach Mexico und zurück gönnt, der kann die Finnen dort vor dem Urlaub nochmal erleben.

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