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SCORPIONS | Hardrock | Hannover

Scorpions

Bei den SCORPIONS liegen Fluch und Segen dicht beieinander: Ausgerechnet der größte Band-Hit “Wind of Change” ist dermaßen totgedudelt, dass ihn nun wirklich kaum noch jemand hören kann und der Titel höchstens noch als Synonym für lautstarkes Furzen taugt. Außerdem klingt er so dermaßen quietschend-kitschig, dass es einem schlicht die Fußnägel aufrollt. Daher kommt wohl auch die seltsame Beziehung zu ihrer Heimatstadt Hannover: Während sie auf der ganzen Welt Erfolge feiern, stoßen sie in Deutschland auf deutlich weniger Gegenliebe – und in Hannover auf gar keine. Beliebter Spruch in Niedersachsen: Hier könnte Klaus Meine nackt auf der Straße liegen und niemand würde ihn erkennen. Noch besser trifft es aber wohl die Antwort: Man würde ihn zwar erkennen – es würde nur niemanden interessieren.

Wenn Rudolf Schenker in der Markthalle einkaufen geht, bilden sich jedenfalls keine Menschentrauben. Er gehört dann einfach zur Folklore. Dabei vergisst der geneigte Hörer allerdings, dass die Band in ihrer rund 45-jährigen Historie durchaus großartige Musik veröffentlicht hat. Die Bandbreite reicht von klassischem 70er-Hardrock (“In Trance“) über wummernden 80er-Metal (“Love At First Sting“) bis hin zum eingangs erwähnten 90er-Wendepathos (“Crazy World“). Als die Truppe nach einer Asientour auf dem Flughafen Langenhagen landet, braucht jeder einen eigenen Gepäckwagen für die eingeheimsten Goldenen Schallplatten.

Später macht die Gruppe allerdings eher mit biederen Orchestral-Versionen ihrer Songs von sich reden als mit ehrlichem Rock’n’Roll. Das ändert sich so richtig erst 2010. Denn mit “Sting In The Tail” liefert die Gruppe zwar die letzte Platte der Bandhistorie ab – rockt allerdings noch einmal erstaunlich modern daher. Songs wie “Slave Me” oder “Rock Zone” hätte man von der Band jedenfalls kaum noch erwartet. Und wer den letzten Track auf der letzten Scheibe “The Best Is Yet To Come” nennt, den muss man einfach in die Kategorie „Kult“ einordnen!

Diskografie:
1972 “Lonesome Crow
1974 “Fly to the Rainbow
1975 “In Trance
1976 “Virgin Killer
1977 “Taken by Force
1979 “Lovedrive
1980 “Animal Magnetism
1982 “Blackout
1984 “Love at First Sting
1988 “Savage Amusement
1990 “Crazy World
1993 “Face the Heat
1996 “Pure Instinct
1999 “Eye II Eye
2004 “Unbreakable
2007 “Humanity – Hour I
2010 “Sting in the Tail

Rudolf Schenker (g)
Matthias Jabs (g)
Klaus Meine (v)
James Kottak (d)
Pawel Maciwoda (b)


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3 Kommentare
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  1. [...] wird die Gruppe schnell zum zweitgrößten Hardrockexport Hannovers – hinter der Truppe mit dem Stachel im Schwanz. Sänger ist damals übrigens noch der umtriebige Charlie Huhn, der unter anderem schon für Ted [...]

  2. [...] I am, rock you like a Hurricane!“ begrüße – nur, um gleich darauf zu erfahren, dass die SCORPIONS in ihrer Heimatstadt alles andere als gut angesehen sind. Von Pferden habe ich allerdings erstmal [...]

  3. [...] gab eine Zeit, da waren die SCORIONS noch nicht auf dreijähriger Abschiedstour. Ja es gab sogar eine Zeit, in der sie noch keine [...]

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